M. J. LaMonte u. a., „Muscular Strength and Mortality in Women Aged 63 to 99 Years“, JAMA Netw. Open, Bd. 9, Nr. 2, S. e2559367, Feb. 2026, doi: 10.1001/jamanetworkopen.2025.59367 [1].
Mit zunehmendem Alter wird Muskelkraft zu einer entscheidenden körperlichen Reserve. Sie trägt ältere Frauen durch genau jene Situationen, die Selbstständigkeit ausmachen: sicher vom Stuhl aufstehen, Treppen bewältigen, Einkäufe tragen, das Gleichgewicht stabilisieren und nach Erkrankungen wieder belastbarer werden. Damit rückt Kraft weit über den Trainingsraum hinaus in den Mittelpunkt gesunden Alterns.
Wie eng diese Reserve mit der langfristigen Gesundheit verbunden ist, untersuchte eine große prospektive Kohortenstudie mit Frauen zwischen 63 und 99 Jahren. Im Fokus standen die Handgriffkraft und die Leistung im Chair-Stand-Test – zwei einfach erfassbare Parameter, die unterschiedliche Facetten körperlicher Leistungsfähigkeit abbilden. Gleichzeitig berücksichtigten die Forschenden objektiv gemessene Aktivität, Sitzzeit, Gehgeschwindigkeit, Vorerkrankungen und systemische Entzündung.
Die Ergebnisse verleihen besonders der Handgriffkraft als robustem klinischem Marker neues Gewicht. Sie zeigen zugleich, warum Kraftdiagnostik in der physiotherapeutischen Befundung mehr leisten kann als eine reine Momentaufnahme. Der Beitrag ordnet die Daten kritisch ein und macht deutlich, welche Bedeutung Muskelkraft für Beratung, Trainingsplanung und den Erhalt funktioneller Selbstständigkeit im höheren Lebensalter haben kann.
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