Balbim GM, Falck RS, Barha CK, Starkey SY, Bullock A, Davis JC, Liu-Ambrose T. Effects of exercise training on the cognitive function of older adults with different types of dementia: a systematic review and meta-analysis. Br J Sports Med. 2022 May 16:bjsports-2021-104955. doi: 10.1136/bjsports-2021-104955. Epub ahead of print. PMID: 35577539 [1].
Bewegung bei Demenz klingt nach einer klaren klinischen Chance – doch die Evidenz erzählt eine differenziertere Geschichte [2]. Während neurobiologische Mechanismen wie zerebraler Blutfluss, BDNF und neuroplastische Prozesse plausible Wirkpfade liefern, bleiben die Effekte auf kognitive Funktionen in klinischen Studien uneinheitlich [3]. Hier entsteht für Physiotherapeut:innen ein relevantes Spannungsfeld: Wie lässt sich Training begründen, planen und kommunizieren, wenn die Studienlage weder euphorische Versprechen noch therapeutische Zurückhaltung rechtfertigt?
Das Review ordnet die Metaanalyse von Balbim et al. in den aktuellen Forschungsstand ein und zeigt, warum Demenzform, Trainingsart, Intensität und Adhärenz nicht isoliert betrachtet werden sollten. Dabei geht es nicht nur um kognitive Testwerte, sondern um die Frage, welche Rolle Bewegung in einem realistischen, patientenzentrierten Therapiekonzept einnehmen kann. Was bedeutet ein kleiner Effekt für den Alltag, wenn Mobilität, Stimmung, Sturzrisiko und Selbstständigkeit ebenfalls im Raum stehen [4]?
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