F. Yuan, K. Ren, Z. Zhao, P. Wang, und L. Song, „The efficacy of eccentric exercise in the treatment of Achilles tendinopathy: a systematic review and meta-analysis“, BMC Musculoskelet. Disord., Apr. 2026, doi: 10.1186/s12891-026-09861-3 [1].
Exzentrisches Training hat bei Achillessehnenbeschwerden einen festen Platz in der physiotherapeutischen Praxis – doch seine Rolle ist weniger eindeutig, als viele Behandlungsroutinen vermuten lassen.
Achillessehnen-Tendinopathien verlangen ein gutes Gespür für Belastung, Anpassung und klinische Reaktion. Gerade bei sportlich aktiven Patient:innen reicht es nicht, ein bekanntes Protokoll abzuarbeiten: Schmerzverlauf, funktionelle Belastbarkeit, Trainingszustand und Alltagseinflüsse entscheiden mit darüber, wie sinnvoll eine Intervention dosiert und gesteigert wird. Die aktuelle Evidenz bestätigt zwar den Nutzen exzentrischer Übungen, lädt aber zugleich dazu ein, ihren Stellenwert im Vergleich zu anderen aktiven Trainingsformen genauer zu prüfen.
Der Artikel nimmt eine systematische Übersichtsarbeit mit Metaanalyse zum Anlass, exzentrisches Training bei Achillessehnen-Tendinopathie differenziert einzuordnen. Im Fokus stehen nicht nur Schmerz und Funktion, sondern auch sonographische Veränderungen der Sehne – und die Frage, wie stark solche Befunde klinische Entscheidungen tatsächlich leiten sollten. Dadurch entsteht ein praxisnaher Blick auf progressive Belastungssteuerung, individuelle Anpassung und die Grenzen starrer Übungskonzepte. Ein Blick auf die aktuelle Evidenz zeigt, welche Wirkung exzentrisches Training tatsächlich hat und wie es im Vergleich zu anderen Therapieansätzen einzuordnen ist.